Optisch sauber ist nicht hygienisch rein
Desinfektion bezeichnet die gezielte Reduktion vermehrungsfähiger Mikroorganismen und Viren auf ein unbedenkliches Maß. Von Desinfektion spricht man ab einer Keimreduktion um den Faktor 10 hoch 5, also 99,999 Prozent: Von 100.000 koloniebildenden Einheiten bleibt höchstens eine übrig. Ziel ist, Kreuzkontaminationen und die Vermehrung von Krankheitserregern zu verhindern und damit das Infektionsrisiko für Mitarbeitende, Patienten, Kunden und Besucher zu senken.
Mikroorganismen überleben auf unbelebten Flächen Tage, Wochen und teilweise Monate. Je häufiger eine Fläche mit Händen, Schleimhäuten oder Körperflüssigkeiten in Kontakt kommt, desto höher ist das Übertragungsrisiko. Deshalb gehört die Flächendesinfektion im Gesundheitswesen, in Gemeinschaftseinrichtungen und im Lebensmittelbereich zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Gebäudereinigung – und sie verlangt klare Abläufe statt gelegentlicher Aktionen.
Drei Stufen der Keimreduktion
Die routinemäßige oder laufende Desinfektion ist vorbeugend angelegt und schränkt die Verbreitung potenzieller Krankheitserreger ein. Sie betrifft Flächen mit häufigem Hand- und Hautkontakt wie Türklinken, Handläufe, Lichtschalter, Tresen und Tastaturen, Flächen zur Lebensmittelverarbeitung, Sanitärbereiche sowie patientennahe Flächen in Praxen und Pflegeeinrichtungen. Sie wird in den Hygieneplan der Unterhaltsreinigung integriert und in festen Intervallen durchgeführt.
Die gezielte Desinfektion ist erforderlich bei erkennbarer Kontamination von Flächen, als Schlussdesinfektion nach Erkrankungsfällen oder beim Auftreten spezieller Erreger – etwa multiresistenter Keime wie MRSA oder ESBL-Bildnern, Noro- und Rotaviren, Clostridioides difficile oder Atemwegsviren während saisonaler Wellen. Mittel, Konzentration und Einwirkzeit richten sich nach dem Erreger.
Die behördlich angeordnete Desinfektion nach Infektionsschutzgesetz erfolgt ausschließlich mit Mitteln und Verfahren aus der Liste des Robert Koch-Instituts, in der Regel mit höheren Konzentrationen und längeren Einwirkzeiten, um Ausbrüche einzudämmen.
So arbeiten wir
Grundlage ist ein Hygieneplan, den wir auf Basis Ihrer Vorgaben, der Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention und der Anforderungen Ihrer Branche erstellen oder ergänzen. Er legt fest, welche Flächen in welchem Turnus gereinigt und desinfiziert werden, mit welchen Mitteln und Einwirkzeiten, wer zuständig ist und wie dokumentiert wird. Reinigung und Desinfektion werden getrennt ausgeführt; wir arbeiten mit farbcodierten Reinigungstextilien, Wischbezugswechsel je Raum, Dosiersystemen und VAH-gelisteten Flächendesinfektionsmitteln, die auf Materialverträglichkeit geprüft sind. Unsere Mitarbeitenden sind in Hygiene und Infektionsschutz unterwiesen und tragen die erforderliche Schutzausrüstung.
Dokumentation und Nachweis
Jede Desinfektionsmaßnahme wird mit Datum, Bereich, Mittel und Konzentration protokolliert. Bei Begehungen durch Gesundheitsamt, Lebensmittelüberwachung, Heimaufsicht oder Berufsgenossenschaft haben Sie damit einen vollständigen Nachweis. Auf Wunsch stellen wir Sicherheitsdatenblätter und Wirksamkeitsnachweise der eingesetzten Produkte bereit und beraten Sie bei der Aktualisierung Ihres Hygieneplans.
Typische Einsatzorte
Arzt- und Zahnarztpraxen, Physiotherapie- und Reha-Einrichtungen, Pflegeheime und ambulante Dienste, Kitas und Schulen, Fitnessstudios, Gastronomie und Lebensmittelverarbeitung sowie Büros und Verwaltungen mit hohem Publikumsverkehr in Leverkusen, Düsseldorf, Mönchengladbach und am Niederrhein.



